Leitbild

„Erdgeboren,
aufgerufen zur Gestaltung,
dem Göttlichen dienend,
im Geiste der Ahnen.“

(Wilhelm Schnitter)

 

ZUR EINLEITUNG

Seit über 20 Jahren ist die Avalon-Gemeinschaft innerhalb der nationalen Bewegung als Treff- und Austauschpunkt sowie als metapolitischer Bildungsort aktiv. Was aber tut sie genau? Welche Ziele verfolgt sie? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen hat sich der Aktivkreis der Gemeinschaft dazu entschlossen, die vorliegende Informationsbroschüre zu verfassen.

Die folgenden Texte umschreiben die Geschichte der Avalon-Gemeinschaft, die Bedeutung des Namens „Avalon“, die Organisation und die Ziele der Gemeinschaft. Weiter schildern sie, wie die Avalon-Gemeinschaft ein Ort der Besinnung und der Solidarität sein will. Das Thema Familie hat in den letzten Jahren an Wichtigkeit gewonnen, weshalb beschrieben wird, wie wir begonnen haben, unser Angebot an die Bedürfnisse der Familien anzupassen. Das Kapitel über die Feiern erklärt den heidnischen Hintergrund unserer vier Jahresfeiern und geht etwas näher auf die Bedeutung und den Ablauf jeder Feier ein. Im Teil Bildung und Kultur erwähnen wir die Vorträge, Seminare, Tagungen und Ausflüge aller Art, die wir jährlich durchführen.

Der Aktivkreis der Avalon-Gemeinschaft

DIE AVALON-GEMEINSCHAFT

Kurzgeschichte der Avalon-Gemeinschaft

Die Avalon-Gemeinschaft wurde im Jahr 1990 von Roger Wüthrich und drei weiteren Personen aus seinem damaligen Kameradenkreis, dem „Zirkel 89“, ins Leben gerufen. Ursprung sowohl des „Zirkel 89“ wie auch der Avalon-Gemeinschaft war die „Wiking-Jugend Schweiz“. Diese wurde von Roger Wüthrich und seinen Kameraden im Jahr 1987 mit der Erlaubnis des damaligen „Wiking-Jugendführers Deutschland“, Wolfgang Nahrath, gegründet.

Ziel der „Wiking-Jugend Schweiz“ war es, der Schweizer Jugend eine Alternative zur multikulturellen Spassgesellschaft zu bieten. Mit Zeltlager und körperlicher Ertüchtigung, Bildungsanlässen und Wanderungen wurde diese Alternative geboten. Der Rückhalt in der Bevölkerung für eine solche Jugendorganisation war jedoch kaum vorhanden und mit der einsetzenden Medienhetze wurde die Jugendarbeit auch nicht leichter, zumal es immer schwieriger wurde, dafür geeignete Örtlichkeiten und Plätze zu finden.

Nach dem Verbot der „Wiking-Jugend“ aus politischen Gründen durch die bundesdeutschen Behörden entschloss sich die Führung der „Wiking-Jugend Schweiz“ zur Auflösung, da es für die Schweiz alleine keinen Sinn mehr machte, das Ganze für eine so kleine Gruppe am Leben zu erhalten. Zudem fehlte es an jungen und motivierten Interessenten.

Von 1990 an führte Roger Wüthrich die Avalon-Gemeinschaft mit grossem Fleiss und voller Tatendrang, in der Hoffnung auf bessere Zeiten für unser Land und Europa. Über 13 Jahre lang organisierte er zusammen mit seinen Mitstreitern Vorträge zu Themen wie Früh- und Zeitgeschichte sowie Jahresfeiern und Ausflüge.

An der Sommersonnwendfeier im Juni 2003 gab Roger Wüthrich aus privaten Gründen seinen offiziellen Rücktritt als Präsident der Avalon-Gemeinschaft bekannt. Trotz seines Rücktrittes ist Roger Wüthrich bis heute ein aktiver Avalon-Angehöriger geblieben. Das Amt des Vorsitzenden wurde an der gleichen Sommersonnwendfeier an Adrian Segessenmann übergeben.

Die Avalon-Gemeinschaft konnte an der Julfeier 2010 ihr 20-jähriges Jubiläum begehen. Dieser Anlass war ein Beweis dafür, dass die Avalon-Gemeinschaft mit ihrem Kurs auf dem richtigen Weg ist und diesen in Zukunft, den Zeiten entsprechend, weiter verfolgen wird.

Der Name „Avalon“

„Avalon, weisse, Nebelumwobene Insel im eisigen Meer. Avalon, Land der inneren Ruhe und der Zuversicht, heiliges Land der Kelten. Avalon Ursprungsland und ruhender Pol unserer europäischen Kultur. Das Land König Artus’ gibt unserer Gemeinschaft den Namen. Menschen unserer Art und Gesinnung sollen in ihrem Kreis Kraft finden, der Wolfszeit (dem Wertezerfall) zu trotzen. Sie ist geistige Zufluchtsstätte, Ort der Rückbesinnung auf die ewigen werte Europas: Mut, Ehre, Treue.“

Im 3. Jahrhundert vor Christus reichte der keltische Kulturraum von Britannien bis Anatolien. Der Niedergang der keltischen Macht begann in Italien ca. 250. v. Chr. und wurde durch die Eroberung Galliens durch Cäsar (58 bis 51 v. Chr.) besiegelt. Die keltische Tradition hielt sich aber bis in das Mittelalter. Der bekannteste keltische König war der in der Sage erwähnte Artus in England (um 500 n. Chr.). Zu seiner Tafelrunde sollen die berühmten Ritter Kay, Gawein, Galahad, Lanzelot, Tristan, Parzival und Lohengrin gehört haben. Als der König starb, wurde sein Leichnam auf einem Schiff dem Atlantik übergeben. Der Sage nach trieb das Totenschiff zur Insel Avalon und dort, in jenem Paradies, soll Artus bis zum heutigen Tag verharren.

Wir wählten für unsere Gemeinschaft den Name „Avalon“ deshalb, weil wir uns darin vor dem aktuellen Zeitgeist und seinen Verteidigern, in einen geschlossenen Kreis Unseresgleichen zurückziehen können.

Was ist die Avalon-Gemeinschaft?

Die Avalon-Gemeinschaft ist weder eine Partei noch ein Verein im Sinne des Gesetzes. Wir sind eine lose Gemeinschaft, die sich in regelmässigen Abständen in einem privaten Rahmen unter Seinesgleichen trifft. Dementsprechend kann jeder kommen und einfach dabei sein, wie es ihm beliebt. Bei unseren Anlässen werden das gesellige Zusammensein, das bessere Kennenlernen, der Gedankenaustausch und die Vermittlung von Wissen als zentrale Punkte angesehen und gefördert.

Wir sind ein Zusammenschluss von national gesinnten Menschen, die sich sowohl innerhalb als auch ausserhalb der umgebenden Gesellschaft bewegen. Unsere Gemeinschaft soll Gleichgesinnten die Möglichkeit geben, sich frei und ungezwungen zu politischen und zeitgeschichtlichen Fragen zu äussern und darüber zu diskutieren. Wir erwarten keine einheitliche Meinung zu allen Themen. Im Gegenteil: Wir wünschen uns von unseren Angehörigen, dass sie sich eine eigene kritische Meinung bilden.

Da sich die Avalon-Gemeinschaft zu einem Europa der Vaterländer bekennt, ist das Denken in Völkern, also das Denken in biokulturellen Bahnen und die Forderung nach ethnischer Differenzierung, die einzige unabdingbare Voraussetzung zur Zugehörigkeit zu unserem Kreis.

Ziele der Avalon-Gemeinschaft

Die Avalon-Gemeinschaft verfolgt keine parteipolitischen Ziele. Wir überlassen es deshalb unseren Angehörigen zu entscheiden, ob sie in Parteien und in der Politik aktiv mitarbeiten und sich exponieren wollen.

Die Avalon-Gemeinschaft arbeitet auf zwei Ebenen. Wir wollen erstens die fixen Anlässe im gleichen Zyklus weiterzuführen wie bisher, damit eine regelmässige Zusammenkunft stattfindet. Zweitens geht es uns darum, die geistige und weltanschauliche Linie der Gemeinschaft zu festigen. Dementsprechend verfolgen wir folgende Ziele:

⇒ Förderung des Gemeinschaftsbewusstseins durch das Organisieren von diversen Anlässen
⇒ Vermittlung eines nationalen, traditionellen Wertegebildes
⇒ Gestaltung der Gemeinschaft, so dass es uns gelingt, unseren Möglichkeiten entsprechend eine Alternative zu bieten
⇒ Erhaltung unserer Sprache, Kultur und Weltanschauung
⇒ Erhaltung von Wissen und Fakten über Geschichte, Politik, Kultur und allgemeines Weltgeschehen
⇒ Information der Avalon-Angehörigen über das „Excalibur“-Rundschreiben und das Weltnetz
⇒ Aufbau und Erweiterung von Bibliotheken
⇒ Aufbewahrung von historischen Dokumenten

GEMEINSCHAFT

Seit der Gründung der Avalon-Gemeinschaft im Jahr 1990 hat sich in der Welt einiges verändert. Diese Entwicklungen sind auch an unserer Gemeinschaft nicht spurenlos vorbeigegangen und haben das Erscheinungsbild, den Altersdurchschnitt sowie die Angehörigen- und Besucherzahl geprägt. Es ist normal, dass diese Variablen sich mit den Jahren mal langsamer, mal schneller verändern. Was sich aber nicht (oder höchstens im positiven Sinne) verändern darf, ist der Gemeinschaftsgedanke. Denn eine Gemeinschaft soll schützen und stützen.

In einer Zeit, in der nichts mehr sicher scheint, kann man sich glücklich schätzen zu wissen, wo man sich wohl fühlt. Avalon soll als eine Insel angesehen werden, die umgeben von Nebel Schutz vor dem Weltgeschehen bietet. Wenn man auf diese „Insel“ kommt, streift man den Alltag ein Stück weit ab. Man trifft auf Gleichgesinnte, mit denen man tabulos ohne Fesseln der politischen Korrektheit diskutieren und lernen, aber auch essen, feiern und eine schöne Zeit verbringen kann. Die Angehörigen, Interessenten und Freunde der Avalon-Gemeinschaft sollen sich aber nicht nur an Avalon-Anlässen treffen, sondern auch ausserhalb. Je enger die Beziehungen und die Freundschaften zwischen den Einzelnen sind, desto stärker ist die Gemeinschaft. Die Bildung einer kleinen, aber zusammengeschweissten Gemeinschaft ist unseres Erachtens die einzige Möglichkeit, den schädlichen gesellschaftlichen Einflüssen so gut wie möglich auszuweichen, etwas Sand in das Getriebe der Internationalisten zu streuen und dem Zeitgeist entgegenzuwirken. Eine solche Gemeinschaft ist mehr Wert als 100’000 Wählerstimmen!

Um den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu fördern, organisieren wir neben den Jahresfeiern immer wieder Ausflüge (Führungen, Besuch von Ausstellungen und Märkten usw.), an denen auch Interessenten eingeladen werden; der kleinere Rahmen macht es diesen leichter, die Avalon-Gemeinschaft kennenzulernen. An den Jahresfeiern stellen wir die Interessenten und die neuen Angehörigen kurz vor – natürlich nicht um diese blosszustellen, sondern um sie in unserem Kreis bekannt zu machen und um das Eis zu brechen. Um die Integration der „Neulinge“ noch zu fördern, wird die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen, die anlässlich der Jahresfeste entstehen, ausgelost. So verhindern wir, dass die „alten Hasen“ unter sich bleiben und den Neulingen den Anschluss erschweren.

Neben Besinnung bedeutet Gemeinschaft auch Solidarität. Die Avalon-Gemeinschaft hat dementsprechend begonnen, sich neu zu strukturieren. Ziel dieser Umstrukturierung ist es, die Angehörigen vermehrt in die Aktivitäten der Gemeinschaft einzubeziehen, insbesondere anlässlich der Feste. Nicht der Aktivkreis alleine soll diese gestalten, sondern auch freiwillige Helfer. Diesem Konzept entsprechend wird die Avalon-Gemeinschaft künftig aus dem Aktivkreis, einem Helferkreis und den Angehörigen bestehen, wozu noch Freunde und Interessenten kommen.

Der Aktivkreis trifft sich vor jedem Anlass und bestimmt das Grobe. Er lenkt die gesamte Gemeinschaft, bestimmt die Themen, setzt Ziele und delegiert Aufgaben. Mit dem neuen Helferkreis sind die fleissigen Hände gemeint, die z. B. vor einem Anlass bei den Vorbereitungen helfen oder nach dem Anlass beim Aufräumen mit anpacken.

Da nicht immer alle an unseren Anlässen anwesend sein können, wir aber möchten, dass jeder Angehörige weiss, was wir unternommen haben, wird vierteljährlich das interne Informationsblatt „Excalibur“ versendet.

FAMILIE

Kinder sind unser höchstes Gut: In ihnen leben unsere Ahnen und später auch wir weiter. Sowohl wir als auch unserer Kinder sind nur Teile einer unendlich langen Geschlechterkette, die vor unzähligen Generationen bei unseren Ahnen begann. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst.

Aus dieser Verantwortung heraus lehnen wir auch Bewerber ab, die zwar rechtskonservativ sind, denen aber ein ethnisches Bewusstsein fehlt. Dieses Bewusstsein, das bei uns die Norm ist, fehlt vielen rechten „Normalbürgern“völlig. Diese Leute sind bei der SVP besser aufgehoben. Unsere Gemeinschaft hält es mit dem Wort Nietzsches: „Über dich sollst du hinausbauen. Aber erst musst du mir selber gebaut sein, rechtwinklig an Leib und Seele. Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf!“

In den letzten Jahren haben immer mehr Angehörige und Freunde der Avalon-Gemeinschaft eine Familie gegründet. Was mit einzelnen Kindern begann, die man selten bis nie sah, wurde mit der Zeit zu einer immer grösseren Gruppe an unseren Veranstaltungen. Wir wollen deshalb den Familien eine Plattform bieten, um sich auszutauschen, um Hilfsmittel wie Bücher und Filme zur Bildung von Jung und Alt zu finden, um Gleichgesinnte kennenzulernen und um im Rahmen von Feiern und Ausflügen etwas Abwechslung zu bekommen und Neues bzw. Altes zu entdecken.

Die Jahresfeiern wurden und werden von Jahr zu Jahr zunehmend den Kindern angepasst. In der Regel gibt es ein Leitthema (vergangene Beispiele: Balder, Luzia, Gebildebrot, Nibelungen, Gemeinschaft), auf dem aufgebaut wird. Die Kinder lernen mit Spielen, Basteln, Schatzsuchen usw. Näheres über das jeweilige Thema. Die Erwachsenen beschäftigen sich zur selben Zeit mit dem gleichen Thema, aber auf höherem Niveau oder in einer anderen Form. Anschliessend gibt es einen gemeinschaftlichen Teil, in dem ausgewertet, präsentiert und meistens auch gegessen wird.

Der saisonale Zeitpunkt der Feiern am Feuer setzt der Beteiligung der Kinder leider bestimmte Grenzen: So sind in der Regel an einer Sommersonnwendfeier aufgrund des späten Sonnenuntergangs zum Zeitpunkt der Entzündung des Feuers nur wenige oder sogar keine Kinder mehr dabei; an einer Julfeier sind die „Knöpfe“ dank dem früheren Beginn des festlichen Teils dafür umso zahlreicher. Diese Gegebenheit hat selbstverständlich einen grossen Einfluss auf die Feiergestaltung.

An dieser Stelle soll gesagt sein: Wir möchten den Kindern Werte und Wissen vermitteln und ihnen eine Alternative zum Christentum aufzeigen, aber auf keinen Fall möchten wir sie beeinflussen. Unser Nachwuchs soll lernen, selbstständig zu denken und zu handeln, und nicht zu Marionetten herangezogen werden!

Seit dem Jahr 2008 führen wir auch Anlässe speziell für Familien und Interessierte durch. So fanden 2008, 2009 und 2010 Familienwochenenden statt. Wir hatten dafür eine geeignete Hütte gemietet und die Familien für ein Wochenende eingeladen. Jede Familie brachte einen Teil des Notwendigen mit und man kochte, ass, spielte und putzte gemeinsam.

Auf Wunsch der Familien wurde das Familienwochenende ab dem Jahr 2011 in Tagesausflüge umgewandelt. Die Familien sollen sich auch in diesem neuen Rahmen (besser) kennenlernen, Zeit miteinander verbringen und wichtige, besondere und interessante Orte aufsuchen. So lernen wir auch unterschiedliche Regionen unserer Heimat kennen und schätzen. Es sind bzw. werden Orte sein, die geschichtlichen Wert haben. Anlässlich anderer Ausflüge werden wir verschiedene Traditionen und Berufe näher lernen kennen.

Da die Familien aus verschiedenen Teilen der Schweiz kommen, ist dies eine Chance, „beweglicher“ zu sein. Ziel ist es, dass die einzelnen Familien sich in Zukunft noch aktiver beteiligen, beispielsweise indem sie Ausflugsideen einbringen oder sogar selbst einen Ausflug organisieren.

FEIERN

Zur Pflege ureuropäischer Traditionen und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls feiert Avalon jedes Jahr das Ostarafest, die Sommersonnwendfeier, das Erntedankfest und das Julfest.

Der heidnische Hintergrund dieser Feste ist darauf zurückzuführen, dass viele Angehörige aus dem Avalon-Kreis eine Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche ablehnen. Der Katholizismus ist zwar in seiner alten Form der Lefebvre- und Ecône-Bewegung durchaus sehr nahe am heidnischen Brauchtum geblieben, die moderne katholische Kirche aber fördert und propagiert die multikulturelle Vermischung aller Völker. Zudem hat sie per Beschluss das Judentum und die Freimaurerei in die katholische Kirche zurückgeholt. Die protestantischen Kirchen orientieren sich ihrerseits an der jüdischen Thora oder aber an dem „Neuen Testament“. Sie propagieren die Vernichtung alter Werte und der Familien, und fördern dafür Rassenvermischung, Homosexualität sowie neuerdings den „Dialog“ mit anderen Religionen. In Wahrheit aber erreichen die Christen damit nur die Anpassung an das wesensfremde Judentum und, zunehmend, die Unterwerfung der christlichen Gemeinschaften Europas unter dem rasant wachsenden, ebenfalls wesensfremden Islam. Daraus entstand bei Avalon das Bedürfnis nach alternativen Formen von Sippen- und Familienfesten.

Ostarafest, Sommersonnwendfeier, Erntedankfest und Julfest bilden vier fixe Punkte im Jahreskreis. Sie ermöglichen es uns, uns regelmässig zum geselligen Zusammensein zu treffen, untereinander Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen, Freunde wiederzusehen, Interessenten vorzustellen und neue Angehörige in der Gemeinschaft willkommen zu heissen. Darüber hinaus bieten wir an den Feiern Spiele für unsere Kinder an, während die Erwachsenen sich in allerlei Wettkämpfen und Gruppenarbeiten messen. Diese dienen zur Vermehrung des Wissens und stellen die Angehörigen vor gemeinsame Aufgabenstellungen, sei es im Bereich der Geschichte, sei es bei der Verfassung eines Gedichtes für den Feierablauf oder bei anderen Aktivitäten wie Hufeisenwerfen, Speerwerfen usw. Avalon erinnert in seinen Kulten und Bezügen auch an die alten germanischen Göttersagen.

Das Ostarafest

Die Osterzeit ist nicht nur im Christentum eine heilige Zeit, sondern sie war auch im Heidentum eine geheilige und wichtige Zeitspanne im Kulturleben der europäischen Völker. In dieser Frühlingszeit um Ostern begrüssten unsere Vorfahren mit diversen Kulten das Frühlingserwachen der Natur und feierten ihre großen Frühlingsfeste.

Die Avalon-Gemeinschaft trifft sich seit vielen Jahren immer am Ostermontag zu Speis und Trank, zu Spiel und Spass – entweder im schönen Frühlingswald, an Aussichtspunkten wie bei Balsthal oder an historischen Stätten unserer Vorfahren wie auf dem Mont Vully bei Murten oder in der Römerstadt Augusta Raurica. Bei solchen Ausflügen erfahren die Besucher in einem Kurzvortrag etwas über die Geschichte und Bedeutung der besuchten Orte.

Die Feierörtlichkeiten bestimmen naturgemäss die möglichen Aktivitäten. Findet die Ostarafeier in einer Waldhütte statt, sind das Backen von Osterbroten und die Suche nach im Wald versteckten Osternestern angesagt. Um die Frühlingsgefühle und die kreative Ader der Gäste zur Geltung kommen zu lassen, führen wir hin und wieder ein Lyrikwettbewerb durch, das schon manche ungeahnte Talente offenbarte. Neben diesen Aktivitäten haben die Gäste genug Zeit, um sich miteinander zu unterhalten.

Die Sommersonnwendfeier

Während der Sommersonnenwende, am 21. Juni, erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Dieses besondere Naturphänomen ist seit vielen Jahrtausenden Anlass zu Mittsommerfesten (unsere Vorfahren belegten die Wichtigkeit der Sonnenbahn und derer Wendepunkte durch die Errichtung, überall in Europa, von Steinkreisen). Mittsommerfeste werde noch heute unter verschiedenen Namen gefeiert: Midsommar in Schweden, Sankt Hans in Dänemark und Norwegen, Juhannus in Finnland, Jaanipäev in Estland, Noche de San Juan in Spanien. Gemeinsam ist diesen Festen, dass zu Ehren der Sonne ein Feuer entzündet wird.

Avalon trifft sich immer am Wochenende um den 21. Juni zu seiner Sommersonnwendfeier im märchenhaften Sommerwald. Spiele für Jung und Alt zieren den Nachmittag. Auch Wissen wird vermittelt, beispielsweise über germanisch-nordische Mythologie, Pflanzen oder die Vorbereitung von Salben. Hin und wieder führen wir auch Quize durch, um die Gäste darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, Kenntnisse zu verbinden und die grossen Zusammenhänge zu sehen.

Der Abend gehört der Einstimmung zur Sonnwendfeier. Sobald es dunkel genug ist, macht sich die Gemeinschaft auf den Weg zur Feuerstelle, wo sie einen Kreis um den Holzstoss bildet. Lieder werden zum Besten gegeben, ein Methorn wird durch die Runde gereicht. Höhepunkt der Feier ist das Entzünden des Holzstosses und der Feuersprung in die Nacht.

Das Erntedankfest

Die Monate von September bis November sind geprägt von der Arbeit mit den Früchten, dem Gemüse und anderen Erträgen aus der Natur. In diesen Monaten schäumt die Natur über mit Produkten, die sich Mensch und Tier nutzbar machen können. Denken wir stellvertretend an wildwachsende Pilze im Wald, an Honig oder an Nüsse, die Mensch und Tier als Wintervorrat sammeln und aufbewahren.

In heidnischen Religionen finden wir oft ein Wechselspiel zwischen der gebenden Natur und den dankenden Menschen. Beim Ostarafest beispielsweise kommt mit dem Füllhorn und dem Priestertrank die Kraft der Natur an die Gemeinde und diese spendet dafür den Dank an die Gottheiten. Oder denken wir an die Sommersonnwende und den Dank der Gemeinschaft für den ergiebigen Frühling. Ebenso wurde im Herbst seit Jahrtausenden der Natur in verschiedenen Kulten für den Ertrag aus der Erde gedankt.

Avalon will an der Erntedankfeier vermitteln, dass Nahrungsmittel keine Selbstverständlichkeit sind, obwohl sie heute in Supermärkten und anderswo im Überfluss zur Verfügung stehen. Hinter Nahrungsmitteln steht an erster Stelle die Natur und an zweiter Stelle der Bauer oder andere Menschen, die sie ernten, reinigen und zum Verzehr bereitstellen. Der Natur und diesen Menschen gilt unser Dank für ihre Arbeit. Wir weisen unsere Gäste darauf hin, bewusst zu essen und Nahrungsmittel nicht zu verschwenden, die Pflanze und das Tier zu achten, die ihr Leben für unsere Vitalität geben müssen. Oft ist ein Bestandteil der Erntedankfeier ein Vortrag oder ein Ausflug, vorzugsweise im Bezug zu bäuerlichen Themen. Wir lernen verschiedene Getreidesorten kennen oder besuchen ein Landmaschinenmuseum. Anschliessend treffen sich die Angehörigen der Gemeinschaft zum festlichen Herbstschmaus.

Das Julfest

Die heidnische Julzeit, die von den Christen in die uns heute vertraute Weihnachtszeit umgedeutet wurde, gipfelt im Julfest. Dieses enthält Fruchtbarkeits- und Sonnenverehrung; es beschwört die Kraft der Sonne, die im Norden während der Herbstzeit in ewiger Nacht verschwunden war.

Die Julzeit ist auch Familienzeit: Für Angehörige, die über das Jahr verstorben waren, wurde am Julfest immer ein Platz am Festtisch gedeckt. Auch der Brauch, die Grabstätte von Familienangehörigen in der Weihnachtszeit zu besuchen und auf dem Grab das Adventslicht anzuzünden, ist bis in unsere Tage geblieben. Bei gegenseitigen Besuchen in der Julzeit wurden Versöhnungsgeschenke überbracht und alte Familienstreite beigelegt. Die Geschenke waren aber auch Bescherung für die Kinder.

Die Avalon-Gemeinschaft gestaltet seit ihrem Bestehen eine alljährliche Julfeier. In besinnlicher Atmosphäre lauscht die Gemeinschaft einer Weihnachtsgeschichte oder Teilen unserer alten vorchristlichen Überlieferungen und Mythen zu. Für die heranwachsenden Kinder werden ein Julbaum aufgestellt und Geschenke verteilt. Höhepunkt unserer Julfeier bildet der gemeinsame Kreis um das Julfeuer im Winterwald. Das Julfest ist auch Anlass für die Wahl bzw. Bestätigung des Aktivkreises und des Vorsitzenden.

BILDUNG UND KULTUR

Die bereits erwähnten Facetten, die das Leben unserer Gemeinschaft ausmachen, werden durch Bildung und Kultur ergänzt. Durch die Durchführung von Vorträgen, Diskussionsabenden oder gar ganzen Thementagen bietet die Avalon-Gemeinschaft ihrem Kreis somit auch die Möglichkeit zur Teilnahme an Bildung und Kultur.

Die Themen – mögen sie auch vorwiegend den europäischen Blickwinkel abdecken – sind doch sehr vielfältig. Nicht zuletzt hat diese Diversifizierung über die Jahre und Jahrzehnte es ermöglicht, nicht nur den Horizont des Teilnehmenden zu erweitern, sondern auch ein breites Netzwerk für Avalon zu schaffen.

Zum einen wurden natürlich populäre Gebiete aus der Militärgeschichte und vorab dem Zweiten Weltkrieg bedient. Dabei konnte die Avalon-Gemeinschaft bis vor wenigen Jahren auf Zeitzeugen aus den eigenen Reihen zurückgreifen, die für manche spannende Stunde bei dem jungen und junggebliebenen Zuhörer sorgten. Auch verschiedene Gastreferenten sorgten auf dem Gebiet stets für regen Zulauf. Die Namen und Themen aller hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Mit Hajo Hermann (1913-2010), Oberst der Luftwaffe, sei an dieser Stelle dennoch eine bis in die heutigen Tage bekannte Persönlichkeit aus Funk und Fernsehen als Beispiel genannt.

Das wichtigste Standbein der Bildung und somit auch das vorrangige Thema bei Vorträgen setzen wir beim aktuellen Zeitgeschehen. Auf diesem Gebiet kann die Avalon-Gemeinschaft wie bereits erwähnt auf sein gutes Beziehungsnetz zurückgreifen und hat dank guter Referenzen schon viele bekannte Persönlichkeiten als Referenten gewinnen können. Zu nennen sind an dieser Stelle Prof. Dr. Bernd Rabehl, Prof. Robert Faurisson, Dr. Hans Meiser, Dr. Walter Marinovic, Dr. Olaf Rose, Pierre Krebs, Franz Schönhuber oder Richard Melisch. Dank dem Engagement einzelner Angehöriger können wir auch auf Wissensvorträge zu Brauchtum, Volkstum, Mythologie, politische Theorie, Einwanderung oder Anthropologie zurückgreifen.

Neben den Vorträgen führt die Avalon-Gemeinschaft jeden Herbst, erstmals im Jahr 2008, das „Nationale Forum“ durch. Das Forum ist ein Thementag mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Fragerunden und Gruppenarbeiten. Auch hier sind bzw. waren die Themen bisher breit gefächert: Demokratie und Menschenrechte, Friedrich Schiller und Meinungsfreiheit, Türkensturm und Einwanderung, 68er-Bewegung und DDR, nationale Zeitzeugen.

Bücher haben bei der Avalon-Gemeinschaft einen hohen Stellenwert, weshalb wir auch im Rahmen unseres wöchentlichen Stammtisches mehrmals im Jahr Buchbesprechungen durchführen. Es steht jedem Angehörigen frei, ein interessantes Buch vorzuschlagen und vorzustellen.

Natürlich stehen bei Avalon auch Reisen zu externen Veranstaltungen auf dem Programm. Die Gewichtung solcher Ausflüge liegt vor allem im kulturellen Bereich. So sind beispielsweise gemeinsame Besuche von Sonderausstellungen in Museen so selbstverständlich wie der Genuss einer Operaufführung. Auch Stadtführungen in der Berner Altstadt wurden bereits durchgeführt und wenn gar mal eine Loge einen Tag der offenen Türe durchführt, kann es sein, dass auch unser Zirkel bei den Freimaurern vorbeischaut…

Der Rahmen, den wir im Bereich Kultur und Bildung abdecken wollen, ist wie beschrieben sehr gross. Dies ist für die Avalon-Gemeinschaft eine Herzensangelegenheit, auch wenn die Aufwandkosten hierfür hoch sind. Aber wir sind uns dessen bewusst, dass wir hier mit Vermittlung von Wissen und Werten eine wichtige Arbeit für die Zukunft und die kommenden Generationen leisten.

Ebenfalls wird bei Avalon die Pflege von Kulturgut mit diversen Aktivitäten betrieben. Im Verlauf der letzten 24 Jahren haben sich viele Unterlagen und Pressemitteillungen angesammelt, die in unserem internen Archiv liegen. Teile davon sowie Schulungsunterlagen zu unseren Vorträgen können bei Interesse ausgeliehen werden.

SCHLUSSWORT

Die Avalon-Gemeinschaft kann auf stolze 25 Jahre Lebensgeschichte zurückblicken. In diesem Zeitraum ist sie durch Hochs und Tiefs gegangen. Alte Weggefährten sind verstorben oder haben uns verlassen. Als im Jahr 2003 Roger Wüthrich den Vorsitz der Gemeinschaft an Adrian Segessenmann übergab, brachte dies Veränderungen in Sachen Angehörigenzahl und Alterstruktur mit sich. War der Wechsel angesichts der Tatsache, dass einige Angehörige daraufhin von uns Abschied nahmen, richtig? Wir können diese Frage aus heutiger Sicht mit einem klarem Ja beantworten: Die Avalon-Gemeinschaft ist lebendiger denn je und erfreut sich eines guten Rufes.

Die Aufgaben, die wir zu meistern hatten, waren nicht immer einfach, und dennoch ist es uns gelungen, sie zu meistern. In Zukunft werden bestimmt weitere Herausforderungen, ja sogar Probleme auf uns zukommen, aber dies soll und wird uns nicht davon abhalten, unsere Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und unserer Sache wahrzunehmen.

Der Aktivkreis der Avalon-Gemeinschaft