Buchbesprechung – Die Dekonstruktion der Rasse

Sozialwissenschaften gegen die Biologie

Über Jahrzehnte hinweg wurde das Thema «Rasse» immer mehr aus dem Forschungsbereich der Anthropologie verdrängt, kritisiert und ist in der heutigen Zeit kaum mehr anzutreffen. Die wenigen Länder, die das Thema «Rasse» noch in der Anthropologie aufarbeiten, sind Rußland und China. Der Anthropologe Andreas Vonderach ist der Ursache, warum nicht mehr zum Thema «Rasse» geforscht wird, nachgegangen.

In seiner Schrift „Die Dekonstruktion der Rasse“ verweist er auf die verantwortlichen Personen (u. a. Franz Boas), welche systematisch, d. h. über Jahrzehnte hinweg, den Begriff aus der Anthropologie verbannten und dafür sorgten, daß dieser Begriff sogar zu einem „Unwort“ (sprich Tabuthema) wurde.

Eine ausführliche Bibliographie ergänzt wunderbar das Buch bis zum Schluß!

Im September 2019 veröffentlichte die Deutsche Zoologische Gesellschaft öffentlichkeitswirksam ihre Jenaer Erklärung. Darin heißt es: »Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung«. Bereits seit Jahrzehnten erklingt in der westlichen Welt scheinbar einstimmig die Forderung, den Rassenbegriff überhaupt nicht mehr auf Menschen anzuwenden und selbst aus altehrwürdigen Verfassungstexten zu tilgen. Eine »historische Verantwortung« vor dem Hintergrund von Kolonialismus und Rassismus steht dabei ebenso im Raum wie heutige Diskriminierungsverbote. Und wer heute im deutschsprachigen Raum aufwächst, hört von Kindesbein an: »Rassen gibt es nicht, wir sind alle gleich«. Dabei weiß in Wahrheit jeder Mensch, was Rassen sind, und kann sie mit dem bloßen Auge problemlos erkennen.

Was steckt hinter dem Dogma »Rassen gibt es nicht«? Dieses mutige Buch beleuchtet die Entwicklung des Rassebegriffs in der amerikanischen Anthropologie der letzten hundert Jahre, klärt auf über Herkunft und Ziele der «Rassenleugner» und geht der Frage nach, wie sich die Auffassung von einer Nichtexistenz der Menschenrassen durchsetzen konnte – mit all ihren gravierenden Folgen für Forschungsfreiheit und wissenschaftlichen Diskurs.“

Das Buch wurde vom Ares-Verlag in Graz veröffentlicht.

www.ares-verlag.com