Die Geschichte der Avalon-Gemeinschaft

Die Wiking-Jugend Schweiz und die Avalon-Gemeinschaft

Seit nunmehr über Dreijahrzehnten besteht unsere Avalon-Gemeinschaft. Wir sind ein Zusammenschluß von Menschen, die eine nicht mehr „zeitgemäße“ Weltanschauung lebt und sich gegen den Zeitgeist der multikulturellen Gesellschaft, der Gut- und Wohlfühlmenschen, der Meinungsmacher, der Zensoren, der Internationalisten und gegen die Vermassung der Menschheit stellt.

Als Gemeinschaft haben wir den Auftrag, unsere Wertvorstellungen, die Weltanschauung, unsere Herkunft und die Angehörigen unserer Gemeinschaft zu verteidigen und für diese gerade zu stehen. Wir stellen uns auch immer wieder die Frage, wie wir trotz Systemgebundenheit unsere Wertvorstellungen und Ideen so leben, daß sie uns im alltäglichen Leben mit positiver Energie erfüllen? Welche Optionen haben wir und welche Türen stehen für unsere Tätigkeiten offen? Wo können wir Menschen für unsere Ideen gewinnen und für unsere Aktivitäten begeistern.

Diese Niederschrift soll eine Art «Erinnerungs- und Gedankenstütze» für die Avalon-Gemeinschaft sein. Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der erste Teil besteht aus der Geschichte der Wiking-Jugend Schweiz (Vorgängerorganisation der Avalon-Gemeinschaft). Inhaltich werden die ersten Kontakte zur Wiking-Jugend Deutschland, die Gründungsphase, diverse Veranstaltungen, verschiedene Entwicklungen, Probleme und weltanschauliche Gedankengänge sowie die Ziele der Wiking-Jugend Schweiz (nachfolgend WJS) erläutert.

Durch die von Anfang an mit wenig Ausnahmen konsequent und fleißig betriebene Archivierung der Bilder, der Berichte, des Schriftverkehrs und der Unterlagen war es überhaupt möglich, diese Schrift zu verfassen. Hier hat bereits die Disziplin der Wiking-Jugend Schweiz gezeigt, wie wichtig es ist, ein Archiv zu führen und die Vereinsgeschichte sauber zu dokumentieren.

Allerdings sind wir aus rechtlichen Gründen gezwungen, einige Sachen wegzulassen, damit diese Schrift nicht einer Zensur und dem Strafgesetzt zum Opfer fällt. Zudem haben wir uns dazu entschlossen, Probleme mit der Gesellschaft sowie interne Probleme oder Probleme mit „gleichgesinnten“ Organisationen oder Parteien zu thematisieren – dies wird auch im zweiten Teil zur Avalon-Gemeinschaft so sein, denn es soll nichts schöngeredet werden!

Aus Sicherheitsgründen haben wir in der Regel auf detaillierte Angaben zu den Austragungsorten unserer Veranstaltungen und auf Namensnennungen von ehemaligen oder jetzigen Angehörigen verzichtet.

Die Geschichte der Wiking-Jugend Schweiz

Kurzgeschichte der Wiking-Jugend Deutschland

Die Wiking-Jugend hatte ihren Ursprung in Deutschland. Sie wurde im Jahr 1952, durch Zusammenschluß diverser Jugendgruppen und der Sozialistischen Reichspartei (SRP), in Wilhelmshaven Niedersachen, von Walter Matthaei aus Aachen gegründet. Der bekannteste Leiter der Wiking-Jugend war Wolfgang Nahrath aus Stolberg/Rheinland. Die Bundeszentrale der Wiking-Jugend Deutschland, war in dem Privathaus der Familie Nahrath. Die Wiking-Jugend war in Gaue und Horste organisiert und hierarchisch strukturiert. Auch im Ausland gab es verschiedene Gaue; so in Spanien, in den Niederlanden, in Großbritannien, in Flandern, in Australien, in Neuseeland und eben auch in der Schweiz. Bis zum Verbot waren rund 15‘000 Jugendliche in der Wiking-Jugend organisiert. Die Symbolik war ein Adler auf rotem Hintergrund und eine aus dem Germanischen stammende Odal-Rune, welche auch die rote Farbe hatte.

Das Ziel war, Buben und Mädchen geistig und körperlich zu erziehen und aufkommende politische Arbeiten in Parteien und Parlamenten vorzubereiten. Auch verfolgte man das Ziel, die Jugend der geistigen Vergiftung der BRD zu entziehen. Eines der bekanntesten Mitglieder war die Fliegerlegende Hanna Reitsch, welche als Ehrenführerin des Mädelbundes amtierte.

Das offizielle Organ war «Der Wikinger», der ab 1983 vierteljährlich in einer Auflage von 1000 Exemplaren erschien. Hinzu kamen die jährlichen «Fahrtenpläne» und der «Odal»-Kalender. Weiter erschien seit 1975 der Mädelbrief «Die Bauge». Als zweimonatliche Schülerzeitschrift erschien von 1978 bis ca. 1984 «Gäck», mit einer Auflage von etwa 10‘000 Stück.

Am 10. November 1994 wurde die Wiking-Jugend in Deutschland durch den damaligen Bundesminister des Inneren, Manfred Kanther, verboten.

Gründung der Wiking-Jungend Schweiz

Durch ein Zeitungsinserat in der «National-Zeitung» wurden Roger Wüthrich und andere damalige Kameraden auf die Wiking-Jugend in Deutschland aufmerksam. Nach brieflichem Austausch und persönlichen Gesprächen sowie nach dem Besuch eines Treffens der Wiking-Jugend in Deutschland stand für die jungen Männer schnell fest, einen eigenen Horst in der Schweiz ins Leben zu rufen.

Am 28. März 1987 wurde die Wiking-Jugend Schweiz offiziell gegründet. Die offizielle Gründungsversammlung der Wiking-Jugend Schweiz fand im Raum Bern statt. Die vier Gründungsmitglieder schlossen sich zu einer Idee der Europäischen Front zusammen, um sich den gemeinsamen Herausforderungen und Bedrohungen zu stellen.

Einer der Mitbegründer, Roger Wüthrich, ist heute noch in der Avalon-Gemeinschaft aktiv. Die drei anderen Mitbegründer haben die Wiking-Jugend anläßlich oder bereits vor der Auflösung verlassen und einer ist Mitte 2000 bei der Avalon-Gemeinschaft ausgestiegen.

Die Wiking-Jugend -Schweiz organisierte in ihrer Tätigkeitszeit von 1987 bis 1990 verschiedene Anlässe. Die regelmäßigen Zusammenkünfte für weltanschauliche Bildung, sportliche Aktivitäten und organisatorische Fragen dienten unter anderem auch der Förderung der Kameradschaft.

Die zur Verfügung stehenden Archivunterlagen, sprich das Bildmaterial und die im Nachgang verfaßten Berichte zu den durchgeführten Veranstaltungen, bezeugen dies ausführlich. Auch Unterlagen zum Lageraufbau, zur Materialverwaltung, zu Geländeübungen sowie Anleitungen zu Überlebenstaktiken fanden sich in der Dokumentation. Weiter stand eine Wiking-Jugend-interne Bibliothek zur Verfügung.

Um die Mitglieder und Sympathisanten regelmäßig zu informieren, gab die Wiking-Jugend Schweiz das Rundschreiben «Nordwind» und den «Wikinger» heraus. In diesen Schriftstücken wurden weltanschauliche und weltpolitische Berichte sowie interne Informationen über Veranstaltungen oder Organisatorisches mitgeteilt. Auch der «Odalbrief», welcher zur reinen internen Information an alle Mitglieder ging, wurde regelmäßig versendet.

Organisatorisch unterstand die Wiking-Jugend Schweiz einer klaren Hierarchie. Jeder hatte eine Aufgabe wahrzunehmen; vom Landesleiter, Horstleiter, Fahrtenleiter, Schatzmeister, Schriftenleiter bis hin zum Bibliothekar waren alle Aufgaben klar verteilt. Die Wiking-Jugend stand als Verein juristisch auch unter dem Vereinsrecht. So wurden Sitzungsprotokolle verfaßt, Rechnungs- und Rechenschaftsberichte vorgelegt, der Landesleiter und die Leitung gewählt, sowie Mitgliederanträge behandelt.

Wesen und Ziele der Wiking-Jugend

Damit der Leser sich ein Bild der Ziele und der weltanschaulichen Ausrichtung der Wiking-Jugend machen kann, wird im Folgenden ein internes Informationsschreiben 1:1 wiedergegeben. Diese Ziele haben bis heute, mit einigen Abweichungen im Veranstaltungs- und Organisationsbereich, die Avalon-Gemeinschaft geprägt.

Zum Wortlaut:

Unsere Aufgabe besteht darin, die interessierte Jugend körperlich zu ertüchtigen und ihr Sittenverständnis und Lebenshilfe mit auf den Weg zu geben. Wir wollen die jungen Menschen in die nordische Lebensweise einführen und ihre Liebe zum Brauchtum wecken. Die ältere Jugend lernt später die verschiedenen politischen Richtungen kennen und soll in die Arbeit der Parteien entlassen werden, um dort den Kampf für unsere Völker im Plenarsaal weiterzukämpfen.

Um diese Ziele zu erreichen und den Geist der Gemeinsamkeit zu fördern, unternehmen wir folgende Aktivitäten:

  • Zeltlager mit allerlei Spielen und Vorträgen über unser Brauchtum
  • Hüttenlager mit Kräuterkunde, Schriftenlernen, Basteln etc.
  • Wir nehmen an Volksmärschen im In- und Ausland teil
  • Wanderungen, Schwimmbadbesuch, Fahrradtouren, Motorradfahren
  • Besuch von historischen Stätten
  • Diskussionsabende, Singabende, Kino- und Vortragsbesuche, Theaterbesuche sowie Besuche von klassischen Orchesterkonzerten
  • Erlernen des Volkstanzes oder der Volksmusik

Da wir einzeln Kinder, junge Menschen, Familien, aber auch ältere Freunde und Förderer zu unseren Mitgliedern zählen, wünschen wir uns Interessenten, die über folgende Charakterzüge verfügen:

Anstand, Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Willen (durch den Verf. hervorgehoben).

Pöbler, Biergesellen, Schläger, Randalierer und Schwätzer haben nichts bei uns verloren.“1

Aktivitäten der Wiking-Jugend Schweiz

Zu den Aktivitäten der Wiking-Jugend Schweiz zählten Ostara-, Sommersonnwend- und Julfeier, Zeltlager, Motorrad- (WJ-Motorstaffel «Ulrich Wille») und Fahrradfahrten. Ebenso waren sportliche Aktivitäten wie Boxen, Schießen und Wanderungen ein Muß. Auch ungezwungene Veranstaltungen wie Grill- und Kameradschaftsabende, Stammtische und Sonntagsausflüge gehörten zum Programm. Das vorhandene Bildmaterial belegt die Aktivitäten der Wiking-Jugend Schweiz ausführlich.

Tage Volkstreuer Jugend Europas

Vom 05. bis zum 08. Juni 1987 fanden zum 33. Mal die Tage Volkstreuer Jugend statt. Die Wiking-Jugend Schweiz beteiligte sich an diesem Anlaß zum ersten Mal. Ein Teilnehmer der Wiking-Jugend Schweiz schildert seine Teilnahmeerlebnisse wie folgt:

Bereits zum 33. Mal traf sich die volkstreue Jugend Europas in Westdeutschland. Zum ersten Mal waren nun auch wir Schweizer dabei. Bereits Freitagabend verließen wir unsere geliebte Heimat Richtung Norden (Hannover). Dort wurden wir dank der guten Organisation der WJ Deutschland von zwei Kameraden um vier Uhr morgens abgeholt.

Bereits um fünf Uhr erreichten wir das Lager, wo alle noch fest in ihren Zelten schliefen. Doch plötzlich ein Pfiff und alles sauste aus den Zelten, bereit zum Frühsport. Nach dem Morgenessen begann um zehn Uhr der Wiking-Kampf, welcher aus einem Marsch mit Karte und Kompaß bestand. Insgesamt meldeten sich 20 Mannschaften an. Da nur vierer Gruppen zugelassen wurden, musste ein Kamerad zu einer deutschen Gruppe. Mit einer überraschend guten Zeit kamen wir dann auch um etwa 17 Uhr todmüde im Lager an. Die Gruppe, in welcher einer unserer Kameraden musste, wurde sogar erste.

Noch vor dem Essen tauften wir unser neues Rundzelt auf den glorreichen Namen «Winkelried». Als Abschluß des Tages sassen wir alle noch um das Feuer, noch bis in die späte Nacht hinein konnte man alte Landsknechtweisen hören. Doch nicht alle von uns konnten am Feuer bleiben, vier von fünf Kameraden meldeten sich freiwillig zur Nachtwache.

Am nächsten Morgen war der zweite Teil des Wiking-Kampfes an der Reihe und zwar Sport- und Wissenswettkampf. Hier aber ließen unsere Leistungen zu wünschen übrig, doch wartet ab, das nächste Mal… Zum Entspannen hatten wir am Nachmittag Zeit, als wir gespannt dem Vortrag von Gertrud Herr folgten, welche früher einmal eine hohe Jugendleiterin war. Danach ging es zum Fußballplatz wo zuerst die Pimpfe (Nord gegen Süd) ihr bestes gaben und danach die Wiking-Jugend gegen befreundete Organisationen spielte. Mit etwas Glück und Können gelang es uns, die anfangs führenden Gegner zu bezwingen.

Als letzter Wettbewerb fand am Abend noch der Lieder- und Volkstanzwettkampf statt. Na das nächstemal werden wir hoffentlich wohl auch dabei sein… Danach dann der von einigen von uns besonders erwartete Volkstanz für alle.

Am Montagmorgen hieß es nach der Totenehrung für uns bereits wieder Abschied nehmen. Doch wir werden uns bestimmt bald wieder sehn…“2

Leistungsmärsche

Leistungsmärsche gehörten bei der Wiking-Jugend zum Pflichtprogramm und waren ein fester Bestandteil der Jahresplanung. Dazu ein Bericht eines ehemaligen WJ-Schweiz Mitgliedes, über die Teilnahme 1987 am «Berner Zweitagemarsch»:

Endlich Freitagabend, Feierabend! Doch nicht für uns, denn mit dem Wochenende beginnt für uns der Berner Zweitagemarsch, der vom SUOV (Schweizerischen Unteroffiziersverband /Anmerk. des Verf.) bereits zum 33. Mal organisiert wurde, und jährlich tausende von Soldaten, Jugendgruppen und Zivilisten aus allen möglichen Ländern anlockt.

Die Nacht verbachten wir zusammen mit Wikingern aus Deutschland bei unserem Landesleiter. Am nächsten Morgen um 6 Uhr begann es ernst zu werden, Die Fahne voraus, im Gleichschritt marschierten wir los.

Gefolgt von Polizei und Militäreinheiten aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Holland, England, Amerika und noch vielen anderen Ländern. Soviel ich weiß, waren wir die einzige Jugendgruppe in der Militärkategorie, in der es mit Gepäck zweimal 40 Km zurückzulegen galt. Laut singend kamen wir dann auch sehr schnell voran und wurden oft von dem Wegesrand stehenden Schaulustigen »beklatscht«.

Um etwa 13 Uhr waren wir dann bereits im Ziel angekommen. Nach einem ordnungsgemäßen Abtretten, war dann jeder froh sich im Schatten einer Tanne auszuruhen, während immer noch neue Kompanien, durch Marschmusik begleitet, ins Ziel kamen. Die erste Etappe wäre geschafft. Am Abend wollten wir dann noch ältere Lagerfilme ansehen, doch leider klappte irgend etwas mit dem Projektor nicht, so kamen dann aber auch wenigstens alle früh ins Bett.

Am Sonntagmorgen hieß es dann nochmals 40 km durchzustehen. Bedingt durch schlechte Schuhe (und den daraus resultierenden Blasen) musste ein Kamerad leider bereits nach den ersten Kilometern aufgeben – doch weiter ging es!

Während unsere amerikanischen «Freunde» am ersten Marschtag noch schreiend an uns vorüberzogen, sah das heute ganz anders aus. Alle paar Meter saß nun so ein Held am Wegesrand, auf den Sammelwagen wartend. Während wir mit unserer «erst» 14-jährigen Sigrun vorbeimarschierten. Am letzten Sammelpunkt, 5 Km vor dem Ziel, hieß es dann noch einmal die Kleider zurechtmachen für den Einmarsch.

Die letzten Kilometer schienen kein Ende zu nehmen, doch immer näher, Schritt um Schritt kamen wir dem Ziel entgegen. Bereits auf der Paradestrasse wurden wir von den Zuschauermassen beklatscht und marschierten mit dem «Wikingerlied» auf den Lippen ins Ziel. Geschafft… Zum Schluß wurden noch die Medaillen entgegengenommen, als krönender Abschluß.“ 3

Ein Jahr später (1988) sorgte die Teilnahme der Wiking-Jugend am «Berner Zweitagemarsch» für öffentliches Interesse. Die Presse hatte Wind von der Angelegenheit bekommen und rief zum Boykott des Anlasses auf. An diesem Boykottaufruf beteiligten sich unter anderem auch die WochenZeitung (WoZ), zahlreiche Organisationen und auch 24 Abgeordnete des Nationalrats. Der damalige Nationalrat Peter Bodenmann (SP/VS) äußerte sich zu dem Boykottaufruf gegenüber dem BLICK:

Es geht nicht an, dass ein Land, in welchem viele Menschen kein Stimm- und Wahlrecht haben, an diesem Anlaß in der Schweiz vertreten sein darf.“4

Interessant an diesem Boykottaufruf war, daß dieser nicht nur gegen die «Wiking-Jugend» gerichtet war, sondern auch gegen militärische, paramilitärische und polizeiliche Verbände aus Südafrika und Israel. Die «Wiking-Jugend» nahm trotzdem am «Berner Zweitagemarsch» teil, allerdings in Zivil und ohne Fahnen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

Ein Jahr später wurde dann die «Wiking-Jugend» definitiv vom «Berner Zweitagemarsch» ausgeschlossen, was zu einem Korrespondenzwechsel zwischen dem Organisationskomitee des «Berner Zweitagemarsch» und der Leitung der «Wiking-Jugend» führte. Daraufhin verzichtete die «Wiking-Jugend» definitiv an der Teilnahme am «Berner Zweitagemarsch». Rechtlich war es nicht möglich eine Teilnahme zu erzwingen.

Wolfsangelmarsch

Der Wolfsangelmarsch war ein fester Bestandteil des Jahresprogramms der Wiking-Jugend in Deutschland. Die Wiking-Jugend Schweiz nahm diese Herausforderung an und nahm den Anlaß ebenso in ihr Jahresprogramm auf. Mitte Oktober 1987 fand dieser Marsch von Freitag bis Sonntag statt. Die Besammlung zum Wolfangelmarsch fand bereits am Donnerstagabend statt. Die Teilnehmer berichteten darüber Folgendes:

Warum auch nicht wir, sagten wir uns und starteten am 02.10. von Steckborn (Bodensee) Richtung Basel, zum 1. Wolfsangelmarsch der WJ Schweiz. Die Nacht zuvor verbrachten wir in einem Fischerhäuschen eines Kameraden, doch nun hieß es raus in den Nebel, 150 Km in höchstens 5 Tagen, mit Gepäck und übernachten im Freien, standen uns bevor.

Als Strecke wählten wir uns den intakten, oberen Rhein aus. Nicht nur der Fluß und die Landschaft, sondern vielmehr die flache Strecke (dachten wir wenigstens…) waren die Beweggründe.

Mit höllischem Tempo lag bald Steckborn und auch Stein am Rhein, wo wir frühstückten und von manchem gar komisch angeschaut wurden, hinter uns. Weiter ging es Richtung Schaffhausen und Rheinfall. Verschiedentlich wurden wir gefragt, wo es denn hingehen sollte, doch keiner wollte uns glauben und wir hinterließen nur kopfschüttelnde Leute. Das kann doch einfach nicht sein, daß im Zeitalter der Dekadenz, Jugendliche bereit sind, die Strapazen von 150 km auf sich zu nehmen, einem inneren Trieb gehorchend. Gegen Mittag lagen wir auf der Wiese eines Flußbades, doch kaum war der letzte Apfel verdrückt, hieß es weiter. Schon früh begann es zu dämmern, doch noch immer waren wir in einem Wald und der schien kein Ende zu nehmen. So beschlossen wir an einer wärmenden Feuerstelle die Nacht zu verbringen.

«Drrr» läutet der Wecker, noch ist es dunkel, doch Zeit zum Aufstehen. Nach einem kurzen Frühsport ging es von Hunger getrieben weiter. Um so mehr genossen wir das Frühstück, bestaunt von Bauern, mitten auf dem Dorfplatz von Flaach.

Nächstes Ziel: Eglisau, wo wir unsere Mittagspause abhielten. Nach einem kurzen Mittagsschlaf ging es mit einem Lied auf den Lippen weiter. Bald einmal versanken wir alle in Träume von schönen, breiten, flachen Wegen. Aber die Realität sah anders aus, statt des Erträumten ging es bergauf und bergab. Körperlich wie auch nervlich am Ende, sehnten wir uns die Nacht herbei, die dann auch bald hereinbrachte und welche wir auf einem der vielen Bunker am Rhein entlang verbrachten. Schweigend lagen wir in den Schlafsäcken und starrten den klaren Sternenhimmel an, was uns der morgige Tag wohl bringen wird?

Spätestens am nächsten und letzten Morgen wußten wir es, es regnete und dazu dann auch die Schmerzen der verschiedenen Gelenke. Doch auch diesen letzten Tag werden wir noch schaffen. Vorbei am Kühlturm des AKW’s Leibstadt (eines der Denkmäler unseres Systems!) dem Ziel entgegen. »Nur nicht viel Pausen machen« war die Parole, denn nach jeder taten die Beine nur noch mehr weh. So schleppten wir uns dann langsam, aber gewaltig dem 150. Km entgegen. Es dunkelte bereits, als wir uns auf dem letzten Teilstück befanden.

Doch dieses verlangte nochmals alle Kraftreserven. Einer Eisenbahnlinie folgend, hörte der Weg plötzlich auf und ging in knöcheltiefen Schlamm über. Vor uns am Horizont die Lichter des Bahnhofes Simmen (unser Ziel), doch die Lichter wollen und wollen einfach nicht näherkommen. Schlußendlich stehen wir dann aber doch dreckig, verschwitzt, mit dem Wimpel in der Hand und einem stolzen Lächeln im Gesicht auf dem kleinen Bahnhof.

Nie wieder Wolfsangelmarsch, das dachte jeder von uns. Aber im nachhinein war es ein großes Erlebnis und eins steht fest, das nächstemal sind wir wieder dabei!“

Landsgemeinde der Wiking-Jugend

Wie bei Vereinen üblich gehört auch eine Verwaltung, sprich Bürokratie, dazu. Dies läßt sich, auch wenn es nach «Vereinsmeierei» aussieht, leider nicht umgehen. Es erfordertet diese teilweise sogar, damit es geregelte Abläufe gibt, Anlässe organisiert und eine Struktur aufrechterhalten werden kann.

Die Einladung zur „Landsgemeinde“, zu welcher die Wiking-Jugend Schweiz im Februar 1988 eingeladen hatte, und das Protokoll geben einen Einblick in die innere Struktur der Wiking-Jugend Schweiz.

Bereits zum 2. Mal traf sich die WJ Schweiz zur Landsgemeinde (Generalversammlung). Ein Jahr Aufbauarbeit liegt nun hinter uns. Ein Jahr mit vielen Hindernissen, doch noch größere liegen vor uns. Was solls, wir sind bereit!

Aus dem Nichts entstand in diesem Jahr eine kleine, aber bewährte Kameradschaft. Die Landsgemeinde begann mit der Eröffnungsrede unseres Landesjugendleiters (LjL). Danach kamen die restlichen Leiter mit ihren Rechenschaftsberichten an die Reihe. Aber auch Neuwahlen gab es. So verließ uns unsere Landesmädelleiterin (LmL) aus persönlichen Gründen und der bisherige Fahrten- und Schriftleiter gab sein Amt an Kameraden seines Horstes weiter. Er ist jetzt als stellvertretender Landesjugendleiter tätig.

Nach der Wahl der neuen Horstleiter von Bern, Winterthur und Baden konnte noch das „Wolfsangelmarsch-Abzeichen“ an 3 Kameraden überreicht werden. Bevor dann die Landsgemeinde mit der schweizerischen Landeshymne «Rufst du mein Vaterland» beendet werden konnte, wurde noch ausgiebig über die Arbeit und Zukunft der WJ diskutiert.“5

Bergsommerlager der Wiking-Jugend Schweiz

Einer der wenigen Anlässe, der für großen Presserummel sorgte, war das Bergsommerlager der Wiking-Jugend Schweiz auf dem Rütli. Dieses wurde auf vier Wochen (vom 09. Juli bis 07. August 1988) festgelegt. Ein Bergsommerlager, welches vier Wochen lang dauern soll, mußte wohlüberlegt und organisatorisch bis ins kleinste Detail durchgeplant werden. Das viele Bildmaterial, die Vortragsunterlagen und Presseberichte bezeugen eine organisatorische Meisterleistung und geben die regen Aktivitäten an diesem Bergsommerlager wieder. Das Lager wurde für Schulungen, Ausflüge, Wanderungen, sportliche Aktivitäten, Jugendarbeit, Lieder- und Kameradschaftsabende genutzt. Durch die Präsenz so zahlreicher «Wikinger» und neugieriger Wanderer auf dem Rütli und der Umgebung wurden natürlich auch die Presse und die Behörden auf das Bergsommerlager der Wiking-Jugend Schweiz aufmerksam.

So berichtet der «Bote der Urschweiz» Folgendes über das Lager:

Die Urner Polizei hat aufgrund einer Strafanzeige polizeiliche Abklärungen in einem Zeltlager der als rechtsextrem bekannten Gruppe «Wikinger» in Seelisberg (UR) vorgenommen. Die Bundesanwaltschaft prüft ihrerseits, ob sich irgendwelche «Fernhaltemaßnahmen» gegen einzelne Mitglieder der Gruppe aufdrängen, wie der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Roland Hauenstein, am Donnerstag auf Anfrage erklärt.

Mitarbeiter der Zürcher «WochenZeitung» (WoZ) wollten am vergangenen Samstag das Zeltlager besuchen, heißt es in einem Bericht der WoZ vom Donnerstag. Dabei wurden aber von einer «paramilitärische Wache» Tätlichkeiten und Sachbeschädigung gegen einen Fotografen und einen Mitarbeiter verübt, schreibt das Blatt. Aufgrund dieser Vorfälle haben die betroffenen Mitarbeiter der Zeitung Strafanzeige erstattet. Ein Sprecher der Urner Kantonspolizei bestätigte, daß Abklärungen aufgrund der Anzeige vorgenommen worden sind. Am Donnerstag morgen seien auch Mitglieder der rund 30-köpfigen Gruppe befragt und ihre Identität überprüft worden. Weitere Angaben wurden zunächst keine gemacht.

Gemäss Hauenstein wird die Entwicklung auch von der Bundesanwaltschaft im Auge behalten. Allerdings nicht in strafrechtlichem Sinne, dies sei Sache der Kantonspolizei. Im Prinzip handle es sich in Seelisberg (UR) um ein Ferienlager unter Gleichgesinnten, und die Teilnehmer seien primär als Touristen in der Schweiz. Das Zeltlager habe allerdings einen politischen Einschlag, und da werde die Bundesanwaltschaft jeweils ebenfalls orientiert. Die Bundesanwaltschaft werde abklären, ob allenfalls Einreisesperren gegen einzelne Personen verhängt werden müßten. Entschieden sei aber noch nichts. Rechtshilfe von der Bundesrepublik könne in diesem Fall nicht gewährt werden: Die politische Polizei kenne keine internationale Rechtshilfe, sagte Hauenstein. Allerdings seien der Bundesanwaltschaft die Namen der prominenten Rechtsextremisten bekannt.“6

Die Leitung der Wiking-Jugend Schweiz hatte sich nach dem Presserummel dann dazu entschieden, das Lager eine Woche früher zu beenden. Der Druck der Behörden und der Presse wurde so groß, dass dieser Entscheid von den Lagerteilnehmern unterstützt wurde. Ebenso sollte verhindert werden, dass es mit sogenannten «Patrioten» zu Zusammenstößen kommt, da diese damals eine «antideutsche» Haltung an den Tag legten – vor allem dann noch, wenn deutsche «Nationalisten» auf ihrer heiligen «Rütliwiese» tagten. Zudem stand am 1. August der Nationalfeiertag in der Schweiz an, wo die «Rütliwiese» immer gut besucht war.

Das WJ-Lager hatte dann wie oben erwähnt, die Bundesanwaltschaft auf den Plan gerufen.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat am Freitag gegen die Neonazi-Gruppe «Wiking-Jugend» wegen Verdachts der Bildung einer widerrechtlichen Vereinigung Ermittlungen eingeleitet.

Anlaß zur Strafuntersuchung gab ein Neonazi-Zeltlager bundesdeutscher und schweizerischer Rechtsextremisten in der Gemeinde Seelisberg (Kanton Uri), das eine Woche früher als geplant abgebrochen werden mußte.

»Die Zeit ist gekommen, aus der Versenkung ans Licht zu treten und in den Angriff gegen alles Dekadente, Laue und Falsche überzugehen«, machten die Schweizer «Wiking»-Anhänger in ihrem Kampfblatt «Nordwind» kürzlich mobil. Auch wurde die Absicht kundgetan, eine »Kampfgemeinschaft mit anderen wehrwilligen Gruppierungen zu bilden«.

Pfadfinder aus Winterthur wunderten sich über die seltsamen Nachbarn. »Sie sangen abends das Deutschlandlied und morgens wurde jeweils die Hakenkreuzfahne mit militärischem Zeremoniell gehißt«, schilderte der Pfadfinder und Lagerkoch Alexander Huber das ungewöhnliche Treiben. Als sich dann die Öffentlichkeit für diese Aktivitäten interessierte und Journalisten vor Ort Erkundigungen einziehen wollten, kam es dann zu Tätlichkeiten zwischen den Lagerwächtern und den Presseleuten. Die neonazistische Lagerleitung hatte ihr Gelände mit Schildern abgesichert und gleichzeitig den Weg zu den Zelten mit altgermanischen Runenzeichen (Odalrune) auf Hinweistafeln markiert. Aufgrund der Handgreiflichkeiten wurde Strafanzeige erstattet, und die Urner Polizei leitete zusammen mit der Bundesanwaltschaft Ermittlungen ein, »um zu sehen, was die sonst noch so alles machen«.

Um Krawallen zwischen einheimischen Eidgenossen vorzubeugen, entschlossen sich die Jung-Neonazis nach Eingang der Strafanzeige, ihr Lager vorzeitig abzubrechen. Am 1. August feiert die Schweiz nämlich die Gründung des Alpenstaates, die im Jahre 1291 in Nachbarschaft von Seelisberg, auf der «Rütli»wiese, von rebellischen Bergbauern beschworen worden war. Gegen die deutschen Teilnehmer des «Wiking»-Lagers werden von der Bundesanwaltschaft Einreisesperren erwogen.“7

Im Nachgang hatte das Lager aber doch keine rechtlichen Konsequenzen und die Ermittlungen wurden eingestellt. Allerdings stand die Wiking-Jugend Schweiz, noch eine Zeitlang im Fokus der Presse und der Behörden.

Julfeier der Wiking-Jugend

Von der Julfeier im Jahr 1988 ist Folgendes schriftlich festgehalten worden:

Nachdem im vorletzten Jahr die Wintersonnwende im Raum Baden gefeiert wurde, fand sie diesmal in Bülach statt. Am Nachmittag trafen die ersten Kameraden in der gemieteten Waldhütte ein, so daß wir eifrig mit den Vorbereitungen anfangen konnten. Einige sammelten Holz für unser Sonnwendfeuer, andere schmückten großartig den Raum in der Waldhütte.

Bei den Vorbereitungen kam es wieder einmal zu einem kleinen Zwischenfall. Ein Landstreicher, dessen Stammplatz scheinbar die Feuerstelle war, die wir inzwischen ein wenig umgeräumt hatten, holte die Polizei und wollte uns anzeigen. Die Herren von der Polizei wollten dann wissen, was wir zu tun gedenken. Wir erklärten ihnen, dass wir ein Feuer machen und Sonnenwende feiern wollten. Sie hatten nichts einzuwenden und machten uns nur noch auf die Waldbrandgefahr aufmerksam.

Gegen Abend lernten wir dann einige neue Gesichter kennen. Dank des Presserummels vom Herbstlager hatten wir enormen Zulauf bekommen. Nachdem wir uns alle herzlich begrüßt hatten, gingen wir in den beheizten Aufenthaltsraum und wärmten uns bei einem Schluck heißen Tees auf.

Danach aßen wir erst einmal eine deftige Suppe und unterhielten uns über allerlei interessante Dinge. Nach einer kleinen Darbietung von einer befreundeten Familie, traten wir in die dunkle stille Kälte des Waldes hinaus. Mit festem Tritt schritten wir unserem riesigen Holzstoss entgegen. Mit dem Bewusstsein, daß in diesem Moment überall in Europa die volkstreue und heimatliebende Jugend im Kreis um das heilige Feuer steht, entzündeten wir den Holzstoss, dessen gellende Flammen gegen Himmel stoben. Nur das Knistern des Feuers brach die Stille. In diesem Moment trat aus den vier Himmelsrichtungen Kameraden aus der Dunkelheit gegen das Feuer, sprachen ihre Feuersprüche und warfen Kränze in die Flammen. Die heiße Glut des Feuers erwärmte die nahe Umgebung, während unser Landesleiter eine großartige Ansprache über den Zerfall unserer Kultur, unserer Heimat und unseres Brauchtums hielt. Nach seiner ergreifenden Rede kehrte jeder in sich, um die Bedeutung der eben verkündeten Worte zu begreifen. Das Feuer brannte langsam nieder, ein paar Kameraden sprangen wie üblich über die Glut, um sich etwas zu wünschen. Nach dem Abbrennen des Feuers gingen wir alle in die warme Hütte zurück.

Nun brach der gesellige Teil des Abends heran. Einige unterhielten sich eifrig, während andere sich näher kennenlernten. Natürlich wurde auch wieder gesungen, bis in die Nacht hinein. Tief beeindruckt vom eben Erlebten, verabschiedeten sich einige Gäste und traten ihre Heimfahrt an. Wir aber pflegten unsere Kameradschaft bis nach Mitternacht, danach hieß es für die meisten, den Heimweg anzutreten.

Nur zwei Kameraden übernachteten in der Hütte, um am nächsten Morgen die Feuerstelle aufzuräumen. Wieder tauchte der Landstreicher auf, der sich jetzt höflich für das Gestrige mit der Polizei entschuldigte. Wir jedenfalls hinterließen die Feuerstelle in tadellosem Zustand.“8

«Nicht willkommen!» – rechte Partei braucht keine völkische Unterstützung

Es ist ein leidiges Thema: Die sogenannten „Rechten Parteien“, die sich immer und immer wieder distanziert und nichts mit „Radikalen und Extremisten“ zu tun haben will – Distanzeritis ohne Ende!

Ein neues Phänomen? Überhaupt nicht. Die Wiking-Jugend-Mitglieder wollten sich auch politisch ins Zeug legen. Ihnen war bewußt, daß mit fortschreitendem Alter die Wiking-Jugend nicht mehr der richtige Ort war, um Veränderungen im Land herbeizuführen bzw. politische Arbeit zu verrichten. Die Wiking-Jugend war ja ihrem Selbstverständnis nach, eine Bildungsstätte für zukünftige Politkader. Leider hatten die «rechten» Parteien in der Schweiz keinen «Bedarf», für die Heimattreue Jugend.

Aus einem Brief des damaligen Zentralpräsidenten der «Nationalen Aktion für Volk und Heimat» (heute SD «Schweizer Demokraten») an einen Interessenten, der aktiv in der Wiking-Jugend war, geht Folgendes hervor:

(…) Die Nationale Aktion für Volk und Heimat ist eine zutiefst demokratische aufgebaute Organisation, die sich für unser Land einsetzt. Für eine Schweiz bestehend aus verschiedenen Sprachen, Kultur und Regionen. Unsere Schweiz ist kein ethnisch einheitliches Gebilde, wir sind eine Willensnation. Wir von der NA lehnen deshalb deutschnationale Bestrebungen und letztlich auch internationale Kontakte entschieden ab (…).“9

Und einem anderen Brief ist Folgendes zu entnehmen:

(…) Wie wir aus einem kürzlich erschienen Leserbrief entnehmen müssen, sind Sie Mitglied und vermutlich ein führender Aktivist der sogenannten „Wiking-Jugend“. Es ist uns bekannt, daß diese Organisation Teil eines internationalen Netzes rechtsextremer Bewegungen ist, deren Auffassungen mit dem Wesen der Schweiz als föderalistische und demokratische Willensnation aus mehreren Sprach- und Kulturgruppen nicht vereinbar sind. Die Nationale Aktion lehnt jegliche Zusammenarbeit mit derartigen Kreisen ab (…).“10

Das Ende der Wiking-Jugend Schweiz

Militärisches Auftreten, Morgenapelle, Geländeübungen sowie die vielen anfallenden Termine kamen bei der Schweizer Jugend kaum an, da es vollumfänglich auf Kosten der Freizeit ging. Die negativen Schlagzeilen in der Presse rund um die Wiking-Jugend Schweiz sorgten für eine ablehnende Haltung der Bevölkerung ihr gegenüber. Dazu kam eine antideutsche Einstellung des Großteils des Schweizer Volkes, die ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Ächtung ebenso leistete. Auf die Unterstützung von einer «patriotischen» Partei konnte die Wiking-Jugend Schweiz auch nicht zählen, dies geht ja bereits aus den oben erwähnten Brief heraus.

Die Mitliederzahlen bewegten sich im einstelligen, knapp zweistelligen Bereich, blieben aber durch Austritte und Aufnahmen immer fast konstant. An Sympathisanten mangelte es zwar nicht, aber auch diese blieben im überschaubaren Rahmen. Rechtliche Fragen standen ebenfalls immer wieder im Raum. Inwiefern ein solches «militärisches», auf nicht staatlicher Ebene stattfindendes Auftreten erlaubt ist bzw. wie lange es von den Behörden geduldet wird, konnte nicht beurteilt werden. Es war also an der Zeit «Kassensturz» zu machen.

Die Wiking-Jugend Schweiz wird aufgelöst

Bereits an der Julfeier 1990 zeigte die Wiking-Jugend ihre Neuorientierung – die AVALON-Gemeinschaft – und stellte den anwesenden Gästen ihren zukünftigen Weg vor. Es wurde ein neues Symbol geschaffen und die Kleidung sollte zukünftig ordentlich „zivil“ sein. Dies geht aus den schriftlichen Unterlagen und dem vorhandenen Bildmaterial ganz deutlich hervor.

Im Februar 1991 wurden alle Mitglieder und Gönner mit einem Rundschreiben über die Auflösung der Wiking-Jugend Schweiz informiert. Der damalige Präsident Roger Wüthrich schrieb dazu im Brief folgendes:

Am Samstag, dem 9. Februar 1991 ist unsere seit April 1987 bestehende Wiking-Jugend Schweiz per Versammlungsbeschluss aufgelöst worden.

Die Wiking-Jugend Schweiz bestand während der ganzen Jahre aus zwischen 6-8 Personen im Alter von 18 bis 29 Jahren. Dazu kamen viele Symphatiemitglieder, die uns zwar sehr unterstützten, jedoch aus verschiedenen Gründen nicht offiziell in die WJ eintreten wollten. Wir hatten auch einige Interessenten, die in unserem Provisoriumsjahr (bevor die Mitgliedschaft vergeben wurde) unsere Anforderungen nicht erfüllten und von der Versammlung abgelehnt wurden. (…)

Die Gründe, die nun zur Auflösung führten, waren folgende:

Eine zunehmende Überalterung des Vereins, damit Interessenverlagerung der Mitglieder und Schwierigkeiten, die Jugend von 15 bis 18 Jahren zu interessieren.

Eine Spaltung der Mitglieder in zwei Richtungen: Ein Teil, der mehr Schulung und die Pflege der Sippengemeinschaft verfolgte, mit Wanderungen, Vorträgen und geselligen Anlässen wie Sonnenwend- und Erntedankfeiern. Das waren die älteren Jahrgänge, die ein simpler pfadfinderartiger Lagerbetrieb nicht mehr reizte.

Dann der Teil von Mitgliedern, die den großen Lagerbetrieb der Wiking-Jugend Deutschland zu kopieren versuchten, mit Normen, Vorschriften und typischer Pfadfinderarbeit. Diese Gruppe versuchte oft im Alleingang zu persönlichen Sportleistungen zu kommen. Es waren die 18- bis 20-jährigen. (…)

Alle diese Gründe bewogen die noch verbliebenen Mitglieder, die Wiking-Jugend Schweiz aufzulösen. Zudem war das jüngste Mitglied der WJ-Schweiz 22 Jahre alt und ich (Roger) selber trete in das dritte Lebensjahrzehnt. So jugendlich wären wir also nicht mehr.“11

Zu den oben erwähnten Problemen kamen auch Spannungs- und Richtungsstreitigkeiten in der WJ-Führung hinzu. Wie in allen Vereinen gab es auch in der Wiking-Jugend zwischenmenschliche Probleme. Austrittsschreiben und der aus dem Archiv erhaltene Schriftverkehr belegen dies sehr deutlich. Somit ging eine knapp vierjährige Geschichte zu Ende.

In der Nachbetrachtung gesehen war der Entscheid, die Wiking-Jugend Schweiz aufzulösen, richtig. Warum? Es gab in der Schweiz kaum Jugendliche, die sich für den Verein interessierten. Zudem waren die ganze Führungsriege und die meisten Mitglieder der Wiking-Jugend Schweiz kinderlos und in einem Alter, wo nicht mehr von Jugendlichen gesprochen werden konnte. Durch die «Überalterung» gab es auch keinen Bezug mehr zu der Jugend, die sich in der Gesellschaft zurechtfinden mußte. Die ehemalige Leitung entschied sich dazu, eine neue Gemeinschaft ins Leben zu rufen, welche altersunabhängig war und neue Wege gehen wollte.

Die neue Gemeinschaft sollte zukunftsorientiert, mit neuen Ideen und doch mit klaren weltanschaulichen Vorstellungen, für unser Volk, das Vaterland und die europäische Kultur an die Arbeit gehen.

Ein neues Kapitel wurde aufgeschlagen – die Avalon-Gemeinschaft!

1 Informationsschreiben der WJ-Schweiz an Interessenten (WJ-Schweiz & A.G. Archiv)

2 Bericht der Wiking-Jugend Schweiz über die Tage Volkstreuer Jugend (Avalon-WJ Archiv)

3 Bericht der WJ-Schweiz über den Berner Zweitagemarsch 1987 (Avalon-WJ Archiv)

4 BLICK, Freitag, 08. April 1988

5 Bericht der WJ-Schweiz von der Landsgemeinde 1988 (Avalon-WJ Archiv)

6 Bote der Urschweiz, Freitag, 29. Juli 1988

7 Stuttgarter Nachrichten, 30. Juli 1988

8 Bericht der WJ-Schweiz von der Wintersonnwendfeier 1988 (Avalon-WJ Archiv)

9 Brief von der Nationalen Aktion an ein Wiking-Jugend Mitglied 1987 (Avalon-WJ Archiv)

10 Brief von der Nationalen Aktion an ein Wiking-Jugend Mitglied 1987 (Avalon-WJ Archiv)

11 Offizielles Schreiben der Führung zur Auflösung der WJ-Schweiz (Avalon-WJ Archiv)