„Avalon, weiße, nebelumwobene Insel im eisigen Meer. Avalon, Land der inneren Ruhe und der Zuversicht, heiliges Land der Kelten. Avalon Ursprungsland und ruhender Pol unserer europäischen Kultur. Das Land des Königs Artus gibt unserer Gemeinschaft den Namen. Menschen unserer Art und Weltanschauung sollen in ihrem Kreise Kraft finden, der Wolfszeit (Wertezerfall), die unsere Zeit heimsucht, zu trotzen. Sie ist geistige Zufluchtsstätte, ein Ort der Rückbesinnung auf die ewigen Werte Europas: Mut, Ehre und Treue.“
Was ist die Avalon-Gemeinschaft
Die Avalon-Gemeinschaft ist seit 30 Jahren, innerhalb der nationalen Bewegung als Treff- und Austauschpunkt, sowie als metapolitischer Bildungsort aktiv. Unsere Aktivitäten umfassen verschiedene Themen: Brauchtum & Kultur, Vorträge, Jahresfeiern, Ausflüge und anderes. Im Leitbild gehen wir auf die verschiedenen Aktivitäten der Avalon-Gemeinschaft ein und geben damit einen Einblick in unser Tun und Handeln.
Die Avalon-Gemeinschaft ist weder eine Partei noch ein Verein im Sinne des Gesetzes. Die Avalon-Gemeinschaft kennt auch keine formelle Mitgliedschaft. Wir sind eine lose Gemeinschaft, die sich in regelmäßigen Abständen, in einem privaten Rahmen unter Seinesgleichen trifft.
Bei unseren Anlässen werden das gesellige Zusammensein, das bessere Kennenlernen, der Gedankenaustausch und die Vermittlung von Wissen als zentrale Punkte angesehen und gefördert.
Wir sind ein Zusammenschluß von national gesinnten Menschen, die sich sowohl innerhalb als auch außerhalb der umgebenden Gesellschaft bewegen. Unsere Gemeinschaft soll Gleichgesinnten die Möglichkeit bieten, sich frei und ungezwungen zu politischen und zeitgeschichtlichen Fragen zu äußern und darüber zu diskutieren. Wir erwarten keine einheitliche Meinung zu allen Themen. Im Gegenteil: Wir wünschen uns, von unseren Angehörigen, daß sie sich eine eigene kritische Meinung bilden.
Da sich die Avalon-Gemeinschaft zu einem weißen Europa der Vaterländer bekennt, ist das Denken in Völkern, also das Denken in biokulturellen Bahnen und die Forderung nach ethnischer Differenzierung, die einzige unabdingbare Voraussetzung, zur Zugehörigkeit, zur Avalon-Gemeinschaft.
Die Geschichte der Avalon-Gemeinschaft
Die Avalon-Gemeinschaft wurde im Jahr 1990 von Roger Wüthrich und drei weiteren Personen, aus seinem damaligen Kameradenkreis, dem „Zirkel 89“, ins Leben gerufen.
Ursprung sowohl des „Zirkel 89“ wie auch der Avalon-Gemeinschaft war die „Wiking-Jugend Schweiz“. Diese wurde von Roger Wüthrich im Jahr 1987 gegründet.
Von 1990 bis 2003 führte Roger Wüthrich die Avalon-Gemeinschaft mit großem Fleiß und voller Tatendrang, in der Hoffnung auf bessere Zeiten für unser Land und Europa. Über 13 Jahre lang, organisierte Roger Wüthrich, zusammen mit seinen Mitstreitern Vorträge, Ausflüge, Besichtigungen sowie die vier Jahresfeiern. Im Jahr 2003 übernahm das Amt des Vorsitzenden Adrian Segessenmann, welches er nach 21 Jahren im Jahr 2024 abgegeben hat.
Der Name „Avalon“
Im 3. Jahrhundert vor Christus reichte der keltische Kulturraum von Britannien bis Anatolien. Der Niedergang der keltischen Macht begann in Italien ca. 250. v. Chr. und wurde durch die Eroberung Galliens, durch Cäsar (58 bis 51 v. Chr.) besiegelt. Die keltische Tradition hielt sich aber bis in das Mittelalter. Der bekannteste keltische König war der in der Sage erwähnte Artus von England (um 500 n. Chr.). Zu seiner Tafelrunde sollen die berühmten Ritter Kay, Gawein, Galahd, Lanzelot, Tristan, Parzival und Lohengrin gehört haben. Als der König starb, wurde sein Leichnam auf einem Schiff dem Atlantik übergeben. Der Sage nach trieb das Totenschiff zur Insel Avalon und dort, in jenem Paradies, soll Artus bis zum heutigen Tag verharren.
Ziele der Avalon-Gemeinschaft
Die Avalon-Gemeinschaft arbeitet auf zwei Ebenen. Zum einen haben wir ein Jahreszyklus von fixen Anlässen, die wir regelmäßig organisieren. Diese sollen die Gemeinschaft fördern und stärken. Zum anderen geht es darum, die geistige und weltanschauliche Linie der Gemeinschaft zu festigen. Wir verfolgen keine parteipolitischen Ziele!
Entsprechend verfolgen wir folgende Ziele:
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Förderung des Gemeinschaftsbewusstseins durch das Organisieren von verschiedenen Anlässen (Vorträge, Feiern, Ausflüge usw.).
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Vermittlung eines nationalen, traditionellen Wertegebildes.
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Gestaltung der Gemeinschaft, den realistischen Möglichkeiten entsprechend, eine Alternative zu heutigen Zeitgeist bieten.
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Erhaltung unserer Sprache, Kultur und Identität.
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Erhaltung von Wissen und Fakten über die Geschichte, Politik, Kultur und allgemeines Weltgeschehen.
I. Die Gemeinschaft
Wenn wir von einer Gemeinschaft sprechen, so müssen wir wissen, was uns gemeinsam verbindet. Die Avalon-Gemeinschaft bezeichnet sich selbst als völkisch-heidnischer Kulturkreis. Bei uns finden sich Menschen zusammen, die eine gemeinsame weltanschauliche Idee verfolgen und diese über die Gemeinschaft leben. Unsere Gemeinschaft soll unseren Angehörigen als eine Art weltanschauliche Festung auf Lebenszeit dienen und als ein Rückzugsort für den geistigen und menschlichen Austausch.
Unser Gemeinschaftsleben ist mit praktischen Aktivitäten verbunden. Dazu gehören Jahresfeiern, Ausflüge und Besichtigungen, Wanderungen, sportliche Aktivitäten, welche im Kollektiv durchgeführt werden können, Stammtische und Kameradschaftsabende. Darüber hinaus sind private Besuche und Familienzusammenkünfte ebenso eine praktische Ergänzung zu den erwähnten Aktivitäten.
Je enger die Beziehungen und die Freundschaften zwischen den Einzelnen sind, desto stärker ist die Gemeinschaft. Die Bildung einer kleinen, aber zusammengeschweißten Gemeinschaft ist unseres Erachtens die einzige Möglichkeit, den schädlichen gesellschaftlichen Einflüssen so gut wie möglich auszuweichen, ihnen entgegenzutreten und so Sand ins Getriebe zu streuen.
Eine solche Gemeinschaft ist langfristig mehr wert als 100.000 Wählerstimmen.
Gemeinschaft bedeutet, den sozialen Gedanken und die Solidarität als Einzelner und als Ganzes mitzutragen. Den sozialen Gedanken kann man in einem Satz wie folgt erklären:
„Sozialismus ist vor allem zunächst die Vorrangstellung der Gemeinschaft vor dem Individuum.“ 1
Eine Gemeinschaft wie unsere kann nur durch den solidarischen Zusammenhalt und die gemeinsame Arbeit an der Gemeinschaft existieren und überleben – wie eben jede andere Gemeinschaft auch.
Damit die Gemeinschaft als Gemeinschaft funktioniert, ist jeder Angehörige der Avalon-Gemeinschaft dazu aufgefordert, die praktischen Aktivitäten selbst mit Leben zu erfüllen! In erster Linie gehört dazu die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen und Ausflügen. Ebenso kann sich jeder mit Ideen, Themen für Vorträge, Vorbereitungen und Mitgestaltung der Feiern und der Planung von Ausflügen und Wanderungen einbringen.
„Gemeinschaft ist dort, wo Menschen, die eines Blutes, einer Sprache sind, einen Willen bekunden, der über Gesinnung und Haltung zur Tat drängt. Dort erst haben Menschen das gemein, was zur Gemeinschaft führt: einen verbindenden und verbindlichen Lebensinhalt, der zugleich Lebensbetätigung ist.“
(Kurt Eggers)
1 National – Revolutionär – Sozialistisch, Hrsg. die Partei Der III. Weg, Neuauflage 2023, S. 36
II. Weltanschauung
Was ist eine Weltanschauung? Die Weltanschauung ist die Ansicht von inneren und äußeren Zusammenhängen allen Lebens, die es dem Menschen ermöglicht, die Dinge nach Wert und Rang zu ordnen und diese selbst, in Form einer persönlichen Gesinnung, in eine sinnvolle Beziehung zu setzen. Das „Schauen“ ist nicht nur „Sehen“, sondern ein inneres und geistiges Schauen und Leben!
Eine Weltanschauung bedeutet damit die auf Wissen, Erfahrung und Empfinden basierende Gesamtheit persönlicher Wertungen, Vorstellungen und Sichtweisen, die die Deutung der Welt, die Rolle des Einzelnen in ihr und die Sicht auf die Gesellschaft umfasst. Ebenso sind eine klare Stellungnahme und Positionierung zu einer Sicht auf die Welt erforderlich.
Die Weltanschauung strebt immer nach Allgemeingültigkeit und zielt entweder auf den Einzelnen oder auf die Gemeinschaft ab – in unserem Fall auf die Gemeinschaft.
Die Abgrenzung zum Begriff der Ideologie – die die Lebenswelt von einzelnen Vorgaben aus formen will – ist die Weltanschauung dagegen stets durch die Annahme und durch die Verwandlung von lebensweltlichen Gegebenheiten bestimmt.
Das Lexikon „Der Volks-Brockhaus“ aus dem Jahr 1958 definiert die Weltanschauung wie folgt:
„Weltanschauung, im Unterschied zum wissenschaftlichen, bes. naturwissenschaftlichen Weltbild eine auf das Ganze des menschlichen Lebens abzielende Sinndeutung. Nach ihr richtet sich die Rangordnung der Werte, die das Handeln der Menschen bestimmen. Auch aus den umfassenden Systemen der Philosophie sind Weltanschauungen abgeleitet worden.“
Was drückt sie aus und was soll das Ziel einer Weltanschauung sein, bzw. was ist der Inhalt dieser und was kann sie bewirken? Die Weltanschauung hat die Aufgabe, eine Meinung oder Ansicht mit einer Lebenshaltung und Lebensart zu verbinden, welche einen im Alltag des Lebens begleitet.
„Eine Weltanschauung besteht aus vielerlei Ebenen, intellektuellen wie geistigen, den Verstand oder die Eingebung bewegenden, bewußten oder unbewußten Theoremen. Ihr Unterschied zur Kultur liegt darin, dass mehrere Weltanschauungen innerhalb einer Kultur einander gegenüberstehen können. Eine Weltanschauung ist immer Trägerin eines politisch-geschichtlichen Konzepts und einer Auffassung von der Natur des Menschen.“ 2
Die Weltanschauung der Avalon-Gemeinschaft beruht darauf, dass die Lebenseinstellung zur Nation, zum Volk, zur Herkunft, zur Kultur, zur Tradition, zur Natur, zur Geisteswissenschaft, zur Geschichte unseres Landes und Europas sowie zur Arbeit immer positiv ist.
Schlussendlich sind die Taten und das praktische Handeln das Entscheidende, um eine Weltanschauung zu praktizieren. Eine theoretische Weltanschauung ist völlig wertlos, wenn auf die Gedanken keine praktische Lebensgestaltung folgt.
„Das Allerwichtigste muss sein, in sich jeden Tag einen unerschütterlichen Glauben an den Fortbestand der europäischen Tradition zu kultivieren, als wäre es eine Einweihungsformel.“
(Dominique Venner)
2 Guillaume Faye, Wofür wir kämpfen, Thule-Bibliothek, Kassel, 2006, S. 263.
III. Auslese
Eine Auslese zu betreiben, ist für unsere Gemeinschaft von höchster Wichtigkeit und eine maximale Bestrebung. Wir brauchen für unsere Anliegen, Arbeiten und unser Wirken als Gemeinschaft nicht jeden bei uns. Deshalb behalten wir uns vor, nach unserer Satzung Leute, die nicht unserem Gemeinschaftsbild entsprechen, wegzuweisen oder nicht darin aufzunehmen. Mit dieser Auslese schützen wir nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch jeden Angehörigen der Avalon-Gemeinschaft vor Streitereien, staatlichen Repressionen sowie medialer Hetze.
Die Avalon-Gemeinschaft, sprich früher die Wiking-Jugend Schweiz, ist mit diesem Verfahren der „Auslese“ meistens erfolgreich gewesen. Wenige Ausnahmen bestätigten die Richtigkeit dieser Regel.
Was verstehen wir unter Auslese? Menschen mit kläglichen Eigenschaften wie Charakterschwäche, Unzuverlässigkeit, Ungepflegtheit, asozialem und hinterlistigem Verhalten sind wir nicht bereit, in unsere Gemeinschaft aufzunehmen. Sie schaden langfristig dem Bild und dem inneren Frieden der Gemeinschaft. Zudem sind solche Menschen ein Widerspruch zu unserem Denken und Handeln. Widersprüche sind nicht immer zu vermeiden, aber sie sind so gering wie möglich zu halten. In dieser Frage haben wir es als Gemeinschaft vollumfänglich in der Hand, ob wir uns positiv in die Zukunft entwickeln wollen.
Was erwarten wir:
I. Sauberes und gepflegtes Auftreten.
II. Teilung der geistigen Weltanschauung.
III. Grundprinzipien und Weltanschauung sind nicht verhandelbar.
IV. Einen respektvollen Umgang untereinander.
V. Probleme sind intern, mit dem nötigen Respekt dem anderen gegenüber, zu lösen.
VI. Mitgestaltung und Mitarbeit an der Avalon-Gemeinschaft.
VII. Die Repräsentation in der Öffentlichkeit muss positiv sein.
Das Ausleseprinzip der Avalon-Gemeinschaft bestimmen wir und tragen ebenso zu hundert Prozent die Konsequenzen dafür. Sympathie und Wahrnehmung sind entscheidende Faktoren. Interesse und Teilnahme tragen zur Entscheidungsfindung bei.
Nicht die Gemeinschaft muss sich beweisen, sondern der Interessent!
Es ist in erster Linie der Aktivkreis – auch nach Gesprächen mit Angehörigen –, der über eine Aufnahme oder eine Ablehnung entscheidet. Beides hat immer seine Überlegung und wird von einer sorgfältig geprüften Entscheidung getragen.
IV. Brauchtum und Kultur
Die Brauchtumspflege ist für die Avalon-Gemeinschaft ein zentrales Anliegen und ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten – wir betreiben einen kulturell-weltanschaulich geprägten Aktivismus. Brauchtums- und Kulturpflege ist in einer Zeit, in der sich mittlerweile jede Tätigkeit, jede Regung, jeder Gedanke nur noch um Geld und Wohlstand dreht, eine heilvolle Abwechslung und ein wichtiger Bestandteil unserer Weltanschauung.
Was beinhaltet für uns Brauchtums- und Kulturpflege und was kann man darunter verstehen? Unsere Schwerpunkte in der Brauchtumspflege sind: Ostara-, Sommersonnenwend-, Erntedank- und Julfeier. Diese werden von uns jährlich im gleichen Rhythmus organisiert und gefeiert. Es sind die vier Feiern, die jeweils in die vier Jahreszeiten übergehen. Die Feiern dienen auch dazu, den Gemeinschaftsgedanken und die Zusammengehörigkeit zu stärken. Es sind verbindliche Veranstaltungen, bei denen wir unsere Angehörigen regelmäßig als Gäste erwarten und es als eine gewisse Pflicht ansehen, dass diese so oft wie möglich besucht werden. Es ist ein Nehmen und ein Geben. Der Aktivkreis gibt seine freie Zeit und die Angehörigen nehmen an den Veranstaltungen teil und würdigen so die Arbeit des Aktivkreises durch die Teilnahme.
Die Feiern sind ebenfalls dazu da, sich gegenseitig auszutauschen und den Gemeinschaftsgedanken zu stärken. Der weltanschauliche Gedankenaustausch ist bei uns das oberste Gebot. Er soll die Angehörigen dazu ermutigen, auch im Lebensalltag für die gerechte Sache einzustehen und für diese standfest zu argumentieren.
Die abendlichen Sonnwendfeuer an der Sommersonnenwende und Julfeier sind zur geistigen Loslösung vom Alltag und für spirituelle Gedankenströme gedacht. Das Feuer soll eine gewisse Stärke und Reinigung in uns bewirken, denn Feuer ist Kraft und Macht. Das Feuer soll unsere Herzen entzünden, Kraft erzeugen und den Geist befeuern.
Museumsbesichtigungen, Begehungen von Wallstätten, historischen Schlachtfeldern, Burgen und Freilichtmuseen gehören zu unseren kulturellen Aktivitäten. Diese Begehungen dienen auch der Wissenserweiterung und der Entwicklung eines historischen Bewusstseins.
In der Brauchtums- und Kulturpflege haben wir die Möglichkeit, eine rege Aktivität zu betreiben, sie ist fast unerschöpflich. Es gibt ein großes Angebot an Themen und praktischen Gelegenheiten, sie zu pflegen. Jeder Einzelne hat die Möglichkeit, diese in seinen Lebensalltag einzubauen und eigene Rituale zum Lebensinhalt zu machen.
Es sind wichtige Eigenschaften, die man sich aneignen sollte, um diese Rituale in seinen Lebensalltag einzubauen.
V. Mut zur Geschichte
Geschichte ist das Fundament jeder Nation und die Seele, die sie am Leben hält. Die Geschichte zeigt den Weg, den jedes Volk gegangen ist, und warum es dort steht, wo es zu einem bestimmten Zeitpunkt steht. Geschichte ist auch nicht unpolitisch. Jedes geschichtliche Ereignis ist mit politischen Handlungen verbunden, seien diese nun kriegerischer, politischer, wirtschaftlicher oder diplomatischer Art.
Geschichte ist der Weltenlauf. Sie hat unser Schicksal bestimmt und wird es immer bestimmen. Sie gibt Einblick in die Vergangenheit und ein kleines Stück in die Zukunft: Wir sind alle vergänglich! Sie zeigt die Entwicklung der Menschen, wie sie die Zeit überdauert haben, die Probleme ihrer Zeit lösten, kleine und größere Konflikte bewältigten und uns dorthin führten, wo wir heute sind. Und deshalb ist es so wichtig, dass man die Geschichte kennt, schon um zu begreifen, warum es heute so ist, wie es ist.
Die Geschichte ist ein Ausgangspunkt unserer Weltanschauung. Sie hat die Aufgabe, uns den Sinn unseres Tuns zu zeigen und dafür zu sorgen, dass wir auch in Zukunft an unsere Sache glauben. Die Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten, denn wir sind ein Teil der Geschichte.
Ist geschichtliches Wissen nicht auch eine kulturelle Angelegenheit? Klar ist sie das. Genau das ist der Punkt, warum man die Nabelschnur zur Geschichte getrennt hat. Die Geschichte ist gerade eine kulturelle Angelegenheit. Sie ist ein Bindeglied der Generationen bis in die früheste Geschichte hinein. Wir sind nicht auf einen Schlag hier gewesen! Die Geschichte hat uns hierher gebracht, wo wir heute sind.
Die Geschichte ist als Erbe zu betrachten, als solches zu pflegen und zu erhalten. Das Erbe ist die Menge dessen, was von den Vorfahren an die Lebenden weitergegeben wird/wurde. Die Überlieferung von Traditionen, Bräuchen, Festen usw. ist nur ein Bestandteil davon. Auch die materiellen Dinge sind ein Erbe der Geschichte einer Familie, eines Stammes oder einer Gemeinschaft. Ebenso kann die Politik ein Erbe hinterlassen, im positiven wie auch im negativen Sinne. „Alle traditionalen Kulturen waren der Überzeugung, dass man sich diesem Erbe gegenüber pietätvoll verhalten müsse, da es sich nicht nur um materielle Güter, sondern auch um die damit verbundenen Werte handele: Das Erbe verpflichtet.“ 3
„Daß wir auf Geschichtsbewußtsein angewiesen sind, um urteilen, entscheiden, handeln zu können, daß es ohne Geschichtsbewußtsein weder eine soziokulturelle noch politische Selbstbehauptung gibt, ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der Moderne. Aus diesem Grund muß auch die Geschichte immer wieder neu gesichtet und geschrieben werden. Jede Zeit ist dazu gezwungen, ihr eigenes Verhältnis zur Historie zu entwickeln, aus ihren Nöten und Problemen, aus ihrer Grundhaltung heraus. Sonst bekommt sie keinen festen Boden unter die Füße. Deshalb zerstören alle diejenigen, die unser Geschichtsbewußtsein verrotten lassen oder absichtlich verwüsten, die Wurzeln unserer Existenz.“ 4
3 Staatspolitisches Handbuch, Band 1: Leitbegriffe, herausgegeben von Erik Lehnert und Karlheinz Weißmann, Edition Antaios, Schnellroda 2009, S. 45.
4 Helmut Diwald, Mut zur Geschichte, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1983, S. 31.
Vaterlandshymne
Heil dir, mein Schweizerland!
Heil dir, frei Alpenland
Im Völkersturm!
Weit in der Länder Kreis
Leuchtet aus Nacht und Eis
Dein Banner rot und weiss
Vom Felsenturm.
Hört ihr das Heldenlied? –
Tell heisst´s und Winkleried,
Fontanas Tod. –
Frisch auf zu Trutz und Wehr,
Heut oder nimmermehr
Rettet ihr Eid und Ehr
Aus Kampfesnot!
Hoch strahlt vom Firnenschild
Freiheit, dein hehres Bild,
Den Sternen nah; –
Frei wie dein Grund und Grat,
Kühn wie der Väter Tat,
Sei unser Schwur und Rat:
Helvetia!
(Aus dem Bündner Calvenfestspiel 1899 von Bühler und Luck, Musik von Otto Barblan)